In memoriam

Pfarrer Schäfer verstorben

Auferstehungsamt für Pfarrer Schäfer am 27. Juli 2018  in St. Peter und Paul, Eichenzell

Trotz Urlaubszeit und großer Hitze waren viele, viele zur Beisetzung gekommen. Ganz im Sinn von Pfarrer Schäfer wurde es ein österliches Glaubensfest. Tränen und Trauer, Vertrauen auf die jenseitige Wirklichkeit und große Dankbarkeit für sein Leben und Wirken als Priester kamen in beeindruckender Weise zusammen.


Bischof emeritus Heinz-Josef Algermissen kennzeichnete in seiner Predigt den Pfarrer von Somborn/Hasselroth als einen geistlichen Menschen und frohen, humorigen Mitbruder, dem alles Funktionärshafte zutiefst fremd war -  als einen Priester bei dem Person und Sache, für die er stand, eine Einheit waren. Persönlich habe er seinem ersten Sekretär viel zu verdanken, weil dieser ihn am Beginn seiner Amtszeit verlässlich dabei unterstützte, im Bistum Fulda Fuß zu fassen. Die "unverdorbene Freude der Kinder Gottes", die von Pfarrer Schäfer ausging, sei ihm sehr hilfreich gewesen.


Trauerreden aus der Schönstatt-Bewegung und aus seinen Pfarrgemeinden - es sprachen Vertreter des Pfarrgemeinderats und der Ministranten, sowie der politischen Gemeinde  - gaben einen ungeahnten Einblick in das umfangreiche Wirken von Pfarrer Schäfer.



Grußwort  Pater Ludwig Güthlein, Vallendar-Schönstatt

Schönstatt-Bewegung Deutschland

- verlesen von Eva-Maria & Hubert Eckart -


Als Leiter der Schönstatt-Bewegung in Deutschland möchte ich in dieser Stunde meine herzliche Anteilnahme zum Ausdruck bringen. Die Nachricht vom plötzlichen Sterben von Herrn Pfr. Ulrich Schäfer hat auch weite Kreise in der Schönstatt-Bewegung bestürzt. Mehr als 12 Jahre war Pfr. Schäfer als Diözesanpräses für Schönstatt in der Diözese Fulda aktiv und besonders auch dadurch weit über die Diözese Fulda hinaus bekannt.

Mit seiner Person und seinen Beiträgen in verschiedenen Kreisen und in der Mitverantwortung für Schönstatt in Deutschland verbindet sich ein immer zuversichtlicher und engagierter Glaube. Bei Überlegungen für die Zukunft war er ein Priester, mit dem man selbstverständlich rechnete.

Wir danken ihm für sein Engagement für Schönstatt, für die Kirche, für die Menschen.


Dass Gott einen Priester mitten aus dem Leben heimruft ist ein unüberhörbares Aufrütteln für uns all.

Die Zukunft des Evangeliums braucht frohe und einsatzbereite Menschen. Natürlich. Und doch sind die göttlichen Maßstäbe und Möglichkeiten anders als unsere menschlichen Pläne. Aus diesem Glaube wächst Zukunft.


In dieser Stunde des Abschieds sind viele in Schönstatt mit Ihnen allen und mit Pfr. Schäfer verbunden. Das Liebesbündnis mit der Gottesmutter von Schönstatt war für Pfr. Schäfer lebendige Freude und Kraftquelle. In dieser Verbundenheit beten heute viele mit Ihnen.

Möge ihm die Gottesmutter voll Liebe entgegenkommen und möge sich sein Leben im ewigen göttlichen Erbarmen und in der ewigen Liebe Gottes vollenden.

Pater Ludwig Güthlein

Leiter der Schönstatt-Bewegung in Deutschland.



Worte von Pfarrer Armin Haas, Schondra

Schönstatt-Priesterbund


Priestergemeinschaft - vorgestern waren wir wieder beieinander als Regionalgruppe des Schönstatt-Priesterbundes bei unserem ältesten Mitbruder in Bad Bocklet wie fast jeden Monat - Ulrich Schäfer war nicht mehr dabei.

Die Nachricht von seinem Tod hat uns wie ein Blitz getroffen. Auch wenn du als Priester dem Tod immer wieder gegenüberstehst.

"Ulrich tot? Sag, stimmt das wirklich?" so schrieben mir manche Mitbrüder zurück. Dieser Tod trifft hart und tief.

"Da wart ihr ja wie Brüder..." fühlt einer aus meiner Gemeinde mit, dem ich davon erzählte.


Priestergemeinschaft - ja, wie Brüder seit über 20 Jahren als Rhön-Gruppe, als Kursgemeinschaft derer, die miteinander sich in den Schönstatt-Priesterbund hineingearbeitet und in ihm zusammen gelebt haben.

Zum Gruppentreffen war er eigentlich immer da - wenn nicht, dann wussten wir von wichtigen Verpflichtungen, die dagegenstanden. Die weite Fahrt immer wieder zu dem, der eben nicht mehr fahren kann, war für Ulrich selbstverständlich. Ein echter Treuer war er.

Ohne Aufhebens hat er konstruktiv Mitverantwortung übernommen in der Gesamtgemeinschaft, z.B. für unser spirituelles Arbeitsbuch, seit vielen Jahren.


Wie ein Bruder hat er sich gerade um diejenigen gekümmert, die krank waren. Padre Pablo, der letztes Jahr wie er im Alter von 50 Jahren gestorben ist, hatte in Ulrich einen echten Freund.

"Padres por la vida" - Väter für das Leben - so hatten sich die Kurs-Brüder um ihn ihr gemeinsames Ideal formuliert. Eine Vision mit Weite, in der sich auch der Ecuadorianer Pablo zu Hause wusste; eine spirituelle Orientierung ganz im Geist unseres Gründers Pater Josef Kentenich; priesterliches Selbstverständnis, das Ulrich geprägt hat in seiner Seelsorge und als Mensch.

"Padres por la vida" - dabei musste ich auch unsere Reise denken im Sommer 1998 zur Priesterweihe nach Ecuador: an Ulrichs Fröhlichkeit, seinen Humor, den Spaß, den wir hatten. Da konnte er sein wie ein Kind. "Eine gewisse Naivität entlastet auch", so sagte er unlängst einem von uns - als eine sicher sehr ernst gemeinte Ermutigung.

Kindsein und eine gesunde Väterlichkeit gehören unbedingt zusammen; und sie spiegeln die innere Ruhe jenes Gottvertrauens, das Ulrich ausgezeichnet hat.


Priestergemeinschaft - gestern im Firmgottesdienst wuchs in mir Dankbarkeit und Trost: Diese Gemeinschaft reicht über unser zeitliches Leben hinaus, wir weisen einander über uns selber hinaus. Padres por la vida.

Lieber Ulrich, in diesem Bündnis mit der Dreimal Wunderbaren Mutter von Schönstatt bleiben wir einander Brüder - als väterliche Zeugen für das ewige Leben!



Worte von Sr. M. Louise Schulz, Dietershausen

Schönstatt-Bewegung im Bistum Fulda
 

Unsere Schönstatt-Gemeinschaft im Bistum Fulda schaut mit großer Dankbarkeit auf das Leben und Wirken von Pfarrer Schäfer.  

Wir haben ihn als einen Priester „nach dem Herzen Gottes“ erlebt.

Viele Tagungen und Begegnungen in Dietershausen gestaltet er als unser Diözesanpräses verantwortlich mit: zum Beispiel vor dem Weltjugendtag in Köln 2005:  als das Weltjugendtags-Kreuz auf seiner Tour durch Deutschland Station in Dietershausen machte und wir mit Pfarrer Schäfer eine beeindruckende Gebetsnacht bei der Schönstatt-Kapelle erlebten.
Oder unser Goldenes Jubiläum 2007, wo in seinem Engagement bei den vielen Planungen und Vorbereitungen spürbar war, dass ihm das kleine Marien­heiligum in Dietershausen persönlich viel bedeutete.

Jedes Jahr begleitete er unsere große Wallfahrt nach Schönstatt und aus seiner anschaulichen, immer humorvollen Predigt für die Kinder nahmen auch wir Erwachsene viel mit. 
So erzählte er einmal mit seinem typischen Schalk im Gesicht von einem lieben Geburtstagsgruß, den ihm jemand geschickt habe:

„Lieber Pfarrer Schäfer, ich gratulieren Ihnen ganz herzlich zum Geburtstag, auch wenn Sie manchmal unerträglich sind!“

Und in die allgemeine Heiterkeit hinein erklärte er, dass das gerade das Schöne an echter Freundschaft ist: da mag man sich, weiß, was man aneinander hat, auch wenn der andere mal nervt.   Und so, erklärte er seinen Zuhörern, ist auch echte Freundschaft mit Gott: 
Egal, was wir angestellt haben, er ist immer für uns da - -  und auch wir sollen ihm vertrauen, auch wenn wir etwas gar nicht verstehen und uns alles weh tut: Alles sollen wir Gott sagen und klagen, wie uns der Schnabel gewachsen ist und wissen gleichzeitig: „Gott ist Vater, Gott ist gut.“

 

Wenn wir unsere Sitzungen als Diözesanfamilienrat der Schönstatt-Bewegung in Dietershausen mit ihm hatten, hat er beim Schlussgebet – egal wie weit der Abend schon fortgeschritten war – gern das Lied angestimmt:  „Dreifaltiger Gott, sei ewiglich gepriesen…“
Dieses Lied wurde schon in seinem Elternhaus gern gesungen. Es ist ein Text von Pater Kentenich, den er als Häftling im KZ Dachau geschrieben hatte.

 

„Dreifaltiger Gott, sei ewiglich gepriesen“
Pfarrer Schäfer wusste immer etwas, über das man sich freuen kann, wofür man Gott danken kann.


Auch wir, wenn wir an Ulrich Schäfer denken und alles, was er uns bedeutet und geschenkt hat – können nur aus ganzem Herzen sagen:

"Dreifaltiger Gott, sei ewiglich gepriesen,

für alles Große, das du uns erwiesen."




Worte von Simon Wawra, Dietershausen
Schönstatt-Mannesjugend im Bistum Fulda

 

Uli war SMJ`ler durch und durch. Kein anderer prägte so wie er über 40 Jahre unsere Mannesjugend. Als Kind fing alles an. Später wurde er Gruppenleiter und Diözesanführer.

Selbst als Seminarist stärkte er die Gemeinschaft. Auch in seiner Rolle als Kaplan ließ er uns nicht alleine. Er begleitete uns als Priester und schließlich als Standesleiter.
Sehr vieles trägt seine Handschrift, z.B die Jesus-Shirts sind durch seine Idee entstanden.

Er war ein Priester, wie man ihn sich nicht besser vorstellen kann. Seine Menschlichkeit und Kraft im Glauben machten ihn zu einem Liebling der Kinder. Er stand in jeder Situation hilfsbereit zur Seite und ein Joke oder ein „Wusstet ihr schon“ durfte nie fehlen.
Man merkte, dass sein Herz für all die Kinder und Betreuer SMJ schlug. Durch seine ruhige, freie, spirituelle Art beindruckte er uns immer wieder.
Seine Predigten waren lebensnah und mitreißend.
Wir als Mannesjugend möchten danke sagen, für einen wundervollen Menschen, der für uns ein riesen Vorbild war.
Was er in uns hervorgerufen hat war beeindruckend und prägend.


Uli, Du wirst uns fehlen, ruhe in Frieden und halte Deine Hand über uns.
Wir vergessen Dich nie.

Im Liebesbündnis verbunden
Deine SMJ



 

offizieller Nachruf der Schönstatt-Bewegung im Bistum Fulda

„Wir wollen Menschen sein, die fröhlich sind im Herrn,
die gegründet sind in Gott.“
Josef Kentenich

 Die Schönstatt-Bewegung im Bistum Fulda trauert um ihren langjährigen Präses


Pfarrer Ulrich Schäfer


den der himmlische Vater völlig überraschend am Bündnistag 18. Juli 2018 - im 51. Lebens­jahr und im 24. Jahr seines Priestertums – zu sich gerufen hat. Mit Pfarrer Schäfer verlieren wir einen guten Freund und Priester, der mit Freude und Hingabe im Bündnis mit Gott und der Gottesmutter lebte und authentisch davon Zeugnis gab.


Am 17. Dezember 1967 in Fulda geboren, wuchs Ulrich Schäfer mit seinen drei Schwestern in Eichenzell auf. Seine Eltern waren tief in Schönstatt und der Familien­bewegung verwurzelt. Sie gaben ihm einen frohen Glauben mit ins Leben.


Nach dem Abitur absolvierte Ulrich Schäfer den Wehrdienst bei der Bundeswehr und begann 1988 seine philosophisch- theologischen Studien in Fulda.  Am 25. Juni 1995 empfing er von Erzbischof Johannes Dyba im Fuldaer Dom die Priesterweihe. Im Schönstatt-Priesterbund fand er seine geistige Heimat. Nach der Kaplanszeit in Hünfeld wurde er 1997 zum Bischofs­sekretär und Dompräbendat berufen.
Parallel dazu hatte er die Aufgabe des Diözesanpräses für den BDKJ im Bistum Fulda.


Ab August 2002 war er Pfarrer der Pfarrei St. Anna in Freigericht-Somborn und Hasselroth, Präses der KAB St. Josef in Somborn, seit 2013 Moderator des Pastoral­verbundes „St. Peter und Paul Freigericht-Hasselroth“ und stellvertretender Dechant des Dekanats Kinzigtal. „Diese Aufgaben füllen mich aus und machen mich glücklich“, äußerte Pfarrer Schäfer anlässlich eines Zeitungsinterviews zu seinem 50. Geburtstag im Dezember 2017.  Zu seinem Ehrentag bat er statt Geschenke um Spenden u.a. zugunsten des Ersatz-Neubaus im Schönstatt-Zentrum in Dietershausen.


40 Jahre war Ulrich Schäfer in der Schönstatt-Mannesjugend aktiv, als Kind, Gruppenleiter, Diözesanführer der SMJ und dann über 20 Jahre als ihr Standesleiter. Er hat Generationen von Jungen in unzähligen Zeltlagern und Treffen mit Humor und spirituellem Tiefgang begleitet. Sein Herz schlug für die jungen Menschen. Er war für sie da - als Freund, geistlicher Weggefährte und Vorbild.


Von 2003 bis 2016 engagierte er sich als Präses für die gesamte Schönstatt-Bewegung im Bistum Fulda. Unvergessen sind seine immer lebensnahen Predigten bei den Diözesan­wallfahrten, Tagungen und Festen. Er hatte die Gabe, Schönstatt-Geist und überhaupt religiöse Wahrheiten in ihrem inneren Sinn anschaulich zu machen und mit Mutterwitz zu vermitteln. Viele Teilnehmer der Oktoberwochen in Schönstatt erinnern gern seine humorvollen, eine Sache spritzig auf den Punkt bringenden Moderationen.


Ulrich Schäfer war geprägt von Pater Kentenich, von seiner Spiritualität vom Liebesbündnis und vom Gott des Lebens. Ein Mitbruder, der ihn gut kannte, sagt: „Ulrich hat zu Hause in seiner Familie vorgelebt bekommen, was Vatersein bedeutet und konnte dann in seiner unnach­ahmlichen Art mit gewissen kindlichem Frohsinn viel davon in die Schönstatt-Bewegung hineingeben.“


Unsere SMJ bekennt: „Er war ein echter SMJ-ler durch und durch. Niemand hat die Geschichte der SMJ-Fulda so stark geprägt wie er. Vieles bei uns trägt seine Hand­schrift, sein Vermächtnis – z.B. das Jesus-Shirt, dass ja auf seinen Impuls zurückgeht. Es gibt so viele gute Erinnerungen an Dinge, die er jedem von uns mitgegeben hat. Sein plötzlicher Tod macht traurig, aber viel mehr noch können wir dankbar sein dafür, dass er bei uns war, und auf ein österliches Wiedersehen hoffen.“


Wir danken Gott für das Leben und Wirken von Pfarrer Schäfer unter uns und vermissen ihn schmerzlich.

Im Liebesbündnis bleiben wir verbunden und vertrauen, dass er seine Aufgabe vom Himmel aus fortsetzt.


Für die Schönstatt-Bewegung im Bistum Fulda

Eva-Maria & Hubert Eckart, Sr. M. Louise Schulz

Pfarrer Ulrich Schäfer 2017 in Dietershausen

22. Januar 2017 im Schönstatt-Heiligtum von Dietershausen:

Pfarrer Schäfer gibt den Segen mit dem Gott-Vater-Symbol,

das Pater Kentenich hier bei seinem Besuch 1967 angebracht hatte.

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Schönstatt-Bewegung im Bistum Fulda


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