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Aus dem Kondolenzschreiben von
Bischof Dr. Michael Gerber:


"Die kurzen Begegnungen, die ich mit Sr. Petra hatte, waren für mich sehr bereichernd. Für Haus und Zentrum hat sie wertvolle Dienste geleistet. Nun hat der Herr sie mitten in der Umbauphase in die Ewigkeit berufen. Ob das auch ein weiterer Hinweis ist, dass der Umbau eben das Projekt des Dreieinen Gottes selbst ist, das er vor allem mit lebendigen Steinen gestaltet. Sr. M. Petra war zweifelsohne so ein lebendiger Stein und mehr noch war sie für viele eine lebendige Tür.

Möge das für uns ein Impuls ein, unserem Gründer bei seinem Weg der geöffneten Türen nachzueifern und dabei selbst immer mehr zur lebendigen geöffneten Türe zu werden, die anderen einen Zugang zur Gegenwart Gottes und zu seinem Heiligtum mitten unter uns Menschen erschließt."


Heimgang Sr. Petra
 

Nachruf

"Bei deinem Namen habe ich dich gerufen, mein bist du.“   Jes 43,1


Völlig unerwartet holte der ewige Vater am Morgen des


2. Oktober 2020 unsere liebe

 

 Schwester Maria Petra

Christa Laupheimer

 

im Josef-Engling-Haus in Dietershausen zu sich in die Ewigkeit.

So sehr uns ihr Sterben schmerzlich berührt, so sehr dürfen wir aber auch dankbar sein für die Zeichen der Vorsehung: Am frühen Morgen hatte sie noch im Schönstatt-Heiligtum die Einstimmung zur Erneuerung ihres Ewigversprechens aufgenommen, die hl. Messe zum Herz-Jesu-Freitag und zum Fest der hll. Schutzengel mitgefeiert, die hl. Kommunion empfangen. Am Tag zuvor wurde das Fest der hl. Thérèse von Lisieux gefeiert, die ihr und ihren Kursschwestern sehr viel bedeute.


Sr. M. Petra wurde am 6. November 1948 in Weißen-horn, Kreis Neu-Ulm, geboren. Sie wuchs mit drei Brüdern auf. Ihr Vater betrieb als selbständiger Kauf-mann eine Wäscherei und Mangelei. Sechs Jahre besuchte sie die Volksschule in ihrem Heimatort, an-schließend die dortige Städtische Mädchenmittelschule. Ihr Abschlusszeugnis charakterisiert sie als „lebhaft, begeisterte Sportlerin, schauspielerisch begabt; sehr fleißig und zuverlässig; kameradschaftlich und hilfsbereit; sehr gutes Betragen.“ Nach der Mittleren Reife arbeitete sie sieben Monate bei der Kreis- und Stadt-sparkasse Neu-Ulm als sogenannte ‚Anlernkraft‘. Von Ostern 1966 an besuchte sie das Kindergärtnerinnen- und Hortnerinnen-Seminar auf der Liebfrauenhöhe, das sie im März 1968 mit dem staatliche Examen abschloss. In den folgenden zwei Jahren war sie in Stuttgart-Bad Cannstatt im Heim ‚Maria Regina‘ als Kindergärtnerin tätig. 

Sr. M. Petra lernte als Schülerin auf der Liebfrauenhöhe Schönstatt kennen und lieben.

Am 5. Februar 1970 begann sie dort ihr Postulat. Ihre Einkleidung war am 6. September 1970 in Schönstatt. Mit ihren Kursschwestern schenkte sie sich am 10.12. 1970 der Dreimal Wunderbaren Mutter, Königin und Siegerin von Schönstart im Liebesbündnis. Ihr Ewig sprach sie am 8. Dezember 1978. 

Nach dem geschlossenen Noviziat kam Sr. M. Petra auf die Liebfrauenhöhe zurück. Ab Mai 1972 bis August 1978 war sie im Kindergarten der Pfarrei St. Korbinian in München als Erzieherin eingesetzt, nur unterbrochen durch das 1.Terziat. Nach dem 2. Terziat blieb sie für ein Jahr im Mutterhaus in Schönstatt, bevor sie ab Februar 1980 im Kindergarten in Pfaffenhofen/Roth zu arbeiten begann. Im August 1983 wechselte sie nach Nürnberg in die Pfarrei Maria am Hauch. 18 Jahre blieb sie dort. Sie war mit Leib und Seele Erzieherin, sehr geschätzt und beliebt.

2000 wurde bei Sr. M. Petra ein gutartiger Kopftumor festgestellt, der entfernt werden musste, weil er auf die Hörorgane drückte. Danach war ihre Hörfähigkeit stark eingeschränkt und sie litt oft unter Kopfschmerzen.

Im Juli 2001 erhielt sie eine Aufgabe im Schönstatt-Zentrum in Würzburg. Sieben Jahre später wechselte sie nach Memhölz ins Schönstattzentrum der Diözese Augsburg. Nachdem sie Ende Mai 2014 nach Kösching umgezogen war, wurde ihr dort 2016 kommissarisch die Oberinnen-Aufgabe anvertraut.

Ihre Versetzung ans Schönstattzentrum in Dieters-hausen, Diözese Fulda, zum 13. Mai 2017 fiel ihr nicht leicht, da sie ihre geliebte bayerische Heimat verlassen musste. Doch hat sie ihre Arbeit an der Rezeption und in der Hausverwaltung mutig in Angriff genommen. Die Mitschwestern und Gäste erlebten sie hilfsbereit, ein-fühlsam, leutselig, lebendig, immer einen Witz, eine lustige Geschichte oder einen Spruch parat habend. Sie war nicht nachtragend und niemandem böse.

Persönlich war sie geschlossen, trug Leid still für sich, machte kein Aufheben um ihre Person und um ihre Erkrankungen.

 

Sr. M. Petra wird uns Schwestern in der Provinz und auch der Schönstattbewegung im Bistum Fulda fehlen; nicht nur von ihrer Aufgabe her, sondern auch in ihrer menschenfreundlichen Art. Der Dreifaltige Gott und die Gottesmutter mögen ihr authentisches Leben und ihren unermüdlichen Einsatz zum Zeugnis werden lassen für unseren Gründer und sein Charisma.


Sr. M. Ilga Dreier

Provinzoberin